… und wie ich finde, nachvollziehbarerweise.
Kollege X hat mir heute eine eMail “geforwardet”:
Sehr geehrter Hr. …,
ich werde von dem Thema in … zurücktreten.
Danke ihnen aber für ihre Mühen und die Möglichkeit, die sie mir als “Nachrücker” eingeräumt haben.Grüsse
…
So macht man sich in der Professorenschaft keine Freude und tut der Sache “Bitte bietet doch mehr Plätze in den Pflichtwahlfächern an” keinen Dienst.
Mein Eindruck ist nun, dass dies ein Einzelfall ist, und die Mehrzahl der Studierenden nicht so agieren. Es gibt für den Studierenden sicher gute Gründe das zu tun und der Studierende sagt ja immerhin noch ab und kommt nur einfach nicht mehr (es ist also noch steigerungsfähig). Unterm Strich bleibt aber der fade Nachgeschmack, dass sich Kollege X einsetzt und dann ein “och nööö, ich will jetzt doch nicht” einhandelt, insbesondere, wenn derjenige sich vorher beschwert, dass er in kein WP reingekommen ist und sich sein Studium dadurch verlängert. Das hätte sich der Kandidat vorher überlegen müssen bzw. dann eben die Zähne zusammenbeißen müssen und das “Ding” durchziehen. Aber mit “ich beschwere mich, werde ernst genommen, jemand setzt sich für mich ein und ich geb ihm dann einen Korb” werden Sie auch im Berufsleben bereits mittelfristig nicht viele Freunde gewinnen.
Daher:
- Sie sollten versuchen, nicht irgendwann auch ein solcher Einzelfall zu sein
- Vielleicht fällt es Ihnen leichter, die “Sturheit” von uns Professoren an manchen Stellen besser zu verstehen, wenn Sie bedenken, dass uns immer wieder solche Einzelfälle begegnen. Manche Reaktionen, die Ihnen unflexibel vorkommen mögen, sind einfach das Echo schlechter Erfahrungen, die man in der Vergangenheit gemacht hat, denn Sie können sich vorstellen, dass Kollege X jetzt vielleich ein klein wenig weniger entgegenkommend ist, wenn im nächsten Semester jemand mit “… ich bin nur auf der Nachrückerliste, aber kann ich nicht…” zu ihm kommt und Sie können sich vorstellen, was ich als Dekan mir im nächsten Semester anhören darf, wenn ich die Kollegen bitte, mehr Plätze im Wahlpflichtbereich anzubieten.
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