Aufmerksamen Lesern dieses Blogs ist sicher nicht entgangen, dass Ende April ein Wechsel im Dekanat stattgefunden hat. Olaf Winkelhake ist jetzt Prodekan und ich bekleide seit dem das Amt des Dekans. Werde mich deshalb auch ab und zu auf diesem Blog melden - wie man das macht, hab ich jetzt gelernt.
Aber auch andere Sachen sind mir aufgefallen: Im Fachbereichsrat haben wir für nächstes Semester wieder mehr als 50.000 € für Lehrbeauftragte bereitgestellt, nahezu täglich unterschreibe ich Rechnungen für neue Bücher, viele studentische Hilfskräfte sind im Fachbereich tätig und verdienen sich damit einen Teil ihres Lebensunterhaltes, die Tutoren für Mathe und andere Fächer bereiten schon das nächste Semester vor. All dies passiert, ohne das die Rahmenbedingungen besser werden. Wir bekommen als Fachbereich in diesem Jahr knapp 200.000 € von der Hochschule für den laufenden Betrieb, geben aber 400.000 € aus. Dies können wir uns noch leisten, weil der MBA-Studiengang Einnahmen erzielt. Ich musste lernen, dass es in der Hochschule Studierende erster und zweiter Klasse gibt. Im internen Mittelverteilungsmodell unserer Hochschule wird jeder Student unseres Fachbereichs mit dem Faktor 1,0 versehen, während Studierende technischer Fachbereiche den Faktor 1,9 haben und damit pro Kopf nahezu das doppelte an Geld zur Verfügung steht.
Was habe ich noch gelernt? Dass die Durchsetzung guter Reformansätze in Bezug auf unser Bachelor-Curriculum länger gebraucht hat, als eigentlich vermutet. Aber jetzt haben wir die Genehmigung. Die Studierenden, die im nächsten Semester ein Bachelor-Studium an unserem Fachbereich aufnehmen, werden also nach einer neuen Prüfungsordnung studieren. Wir haben versucht, die Regelungsdichte zu minimieren und den Studierenden mehr Freiheiten bei der Gestaltung des Studiums zu geben. Vorsicht also, wenn Sie ab Oktober von den neuen Erstsemestern gefragt werden - die Regeln haben sich zumindest im Detail geändert, wenn auch der Fächerkanon im großen und ganzen gleich geblieben ist. Vor einem möglichen Treffen von neuen Erstsemestern auf dem Campus stehen noch die letzte Vorlesungswoche, die Prüfungsphase und die vorlesungsfreie Zeit. Für den Vorlesungsschlussspurt und die Vorbereitungen auf die Prüfungen wünsche ich Ihnen viel Kraft, für die Prüfungen viel Erfolg und für die vorlesungsfreie Zeit genügend Muse und Energie, um sich mit den Dingen zu beschäftigen, die Ihnen wichtig sind und die Sie schon immer mal wissen wollten.
Viele Grüße
Lutz Thieme
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